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20:35 in Natur & Katastrophe von Susanne Adelsberger
Einige tolle Reaktor explodiert Bilder:
«Efforts désespérés à Fukushima» (Le Monde, 17 mars 2011)

Bild von quapan
►FUKUSHIMA DAIICHI: DAY- BY – DAY – LIVE – TICKER◄
14th March: Am 14. März 2011 kamen Funktionäre des BDI/Bund deutscher Industrie und der Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) zusammen, um im Schatten der atomaren Katastrophe in F und im Licht anstehender Landtagswahlen ihre Politik abzustimmen. Herausragendes Thema war das gerade beschlossene dreimonatige Atommoratorium. Die BDI-Bosse wollten verständlicherweise von ihrem Wirtschaftsminister persönlich erfahren, wie das Moratorium gemeint ist. Der Wirtschaftsminister redete Klartext und enttäuschte seine Bosse nicht. Unter Tagesordnungspunkt 4 ›Umsetzung des industriepolitischen Gesamtkonzepts‹ fasst das Protokoll die ministrablen Ausführungen so zusammen:
» (…) Der Minister ging zunächst auf die Ereignisse in Japan ein. Man müsse sich darauf einstellen, dass die Energiediskussion mit gesteigerten Emotionen zurückkommen werde. (…) Der Minister (…) wies erläuternd darauf hin, dass angesichts der bevorstehenden Landtagswahlen Druck auf der Politik laste und die Entscheidungen daher nicht immer rational seien.«
// Das Atom-Moratorium im Abklingbecken der schwarz-gelben Bundesregierung, Wolf Wetzel //
16th March: +++ Live-Ticker +++ @ focus.de
Nach dem schweren Erdbeben (–► Die Auswirkungen des Japan-Bebens auf die Erde "Der Ursprung des Bebens am 11.März 2011 soll sich 129 Kilometer vor der japanischen Stadt Senda ereignet haben. Die Folge war ein 32 Kilometer tiefer Riss im Gestein des Meeresbodens, der sich dreieinhalb Minuten lang immer weiter zog. … Letztendlich, so „Spiegel Online“, „klaffte der Riss auf 400 Kilometern Länge bis zur Oberfläche des Meeresbodens und bis in 60 Kilometer Tiefe. … Da bei einem Erdbeben Gesteinsmassen immer ins Erdinnere verschoben werden, habe sich die Rotationsgeschwindigkeit der Erde beschleunigt.“ –►Kann der "Supermond" das Wetter auf der Erde beeinflussen? Am 19. März 2011 beträgt die Entfernung zwischen Mond und Erde nur 356.577 Kilometer. Im Jahr 1992 befand sich der Mond zum letzten Mal im Perigäum.) an der Ostküste Japans hat bis zu 23 Meter hoher Tsunami die Küste überrollt. Jetzt droht eine nukleare Katastrophe.
Die Entwicklungen im FOCUS-Online-Live-Ticker.
21.59 Uhr: Spätestens am Freitag droht im japanischen Atomkraftwerk Fukushima 1 nach Einschätzung französischer Atomexperten eine nukleare Verseuchung größeren Ausmaßes. Die Stunden bis dahin sind nach Darstellung der Fachleute entscheidend für die Kühlung der abgebrannten Brennelemente im Reaktor 4. Gelinge es nicht, das Abklingbecken bis dahin wieder aufzufüllen, werde eine „sehr bedeutende“ Verseuchung die Folge sein, erklärte der Direktor für Anlagensicherheit beim Institut für Strahlenschutz und Nuklearsicherheit (IRSN), Thierry Charles, in Paris.
Kampf um den Wasserstand im Brennstäbe-Abklingbecken bei Reaktor 4 ! – ‘Die kommenden 48 Stunden entscheiden.’ (Thierry Charles) Mittwoch 16.03.2011, 23:16
Der Chef der US-Atomsicherheitsbehörde NRC, Gregory Jaczko, sagte, schon jetzt befinde sich kein Wasser mehr im Abklingbecken von Reaktor 4. Die Radioaktivität vor Ort sei extrem hoch. Über die Quelle der Information machte Jaczko keine Angaben. Die NRC sowie das US-Energieministerium haben Experten vor Ort. Sollten sich die Angaben als zutreffend erweisen, würde dies bedeuten, dass die Brennelemente in dem Abklingbecken nicht mehr gekühlt werden können und zu schmelzen drohen. Außerdem könnten sich die Stäbe selbst entzünden.
Die japanische Atomsicherheitsbehörde und der Kraftwerkbetreiber Tokyo Electric Power Co. (Tepco) dementierten, dass die Wassermenge in dem Abklingbecken abgenommen habe. Die Lage an Reaktor 4 sei „stabil“, sagte ein Sprecher. Um eine komplette Kernschmelze zu verhindern, versuchen 50 verbliebene Techniker unter Einsatz ihres Lebens, die Brennstäbe zu kühlen. Militärhelikopter sollten Wasser auf die Anlage sprühen. Nachdem der Einsatz jedoch wegen zu hoher Strahlung abgesagt werden musste, sollten jetzt ein Wasserwerfer und eine US-Aufklärungsdrohne an dem Kraftwerk eingesetzt werden.
►18th March◄
Lage in Fukushima bleibt angespannt, Freitag 18.03.2011, 18:30
Obwohl das Schlimmste in Fukushima bislang nicht eingetreten ist, ist die Situation Experten zufolge noch nicht unter Kontrolle. „Wir haben seit 25 Jahren und der Tschernobyl-Katastrophe keine vergleichbare Woche erlebt“, sagte William Nuttall von der britischen Universität Cambridge. Dem stellvertretenden Generalsekretär der französischen Atomaufsichtsbehörde (ASN), Olivier Gupta, zufolge bleibt die Situation ernst, da sich der Ausstoß radioaktiver Strahlung fortsetze.
Die japanische Atomsicherheitsbehörde bewertet die Ereignisse in Fukushima nun nicht mehr als „Unfall“ der Stufe vier der Internationalen Bewertungsskala (INES), sondern als „ernsten Unfall“ der Kategorie fünf, der dritthöchsten von sieben Stufen. Die Reaktorkatastrophe im ukrainischen Tschernobyl 1986 hatte Stufe sieben.
►Drei-Punkte-Plan gegen den Super-GAU +++ NEWSTICKER on 17th March @ sueddeutsche.de +++
12:08 Uhr Die Notmannschaft im AKW Fukushima-1 besprüht den mit Plutonium bestückten Reaktor 3 nun doch wieder mit Wasserwerfern, wie das Fernsehen meldet. Zuvor war die Aktion wegen starker radioaktiver Strahlung vorübergehend eingestellt worden.
Priorität hat Reaktor 3 youtube-video about the Plutonium-Reactor #3 on 16th March 2011
Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) verlautbarte am 17.März 2011 um 18:00 Uhr zum womöglich langsam über-kritisch werdendem PLUTONIUM-BLOCK #3: Der Wasserstand im BE-Lagerbecken fällt (Tepco um 18:00). Die Wasserwerfer der Polizei waren nicht erfolgreich. Die Wasserwerfer der Armee waren zu mindestens teilweise erfolgreich.
Bei Block 3 hat gegen 5:30 Uhr am 13.03.2011 das Notkühlsystem versagt. Es erfolgte eine Druckentlastung des Reaktordruckbehälters und boriertes Wasser wurde ab 13:12 Uhr am 13.03.2011 in den Reaktor gepumpt. Es erfolgte eine Einspeisung mit Meerwasser über Feuerlöschpumpen. Es wurde eine Druckentlastung des Sicherheitsbehälters durchgeführt.
Am 14.03.2011 kam es um 11 Uhr zu einer Wasserstoffexplosion im Block 3. Laut IAEA-Information ist das Containment nicht beschädigt worden. Laut TEPCO ist der Druck im Sicherheitsbehälter stabil.
Nach Angaben von NHK soll seit 8:30 Uhr, 16.03.2011, über Block 3 eine Dampffahne stehen. Nach NISA wird vermutet, dass das Containment beschädigt ist.
Es wurde versucht, am 16.03.2011 vom Hubschrauber aus Wasser ins BE-Lagerbecken zu schütten. Die Aktion wurde erfolglos wegen hoher Aktivität in der Umgebung abgebrochen. Die Brennstäbe im Reaktordruckbehälter liegen am 16.03.2011 ca. 2,30 m frei.
Nach JAIF Informationen vom 16.03.11 19 Uhr MEZ verdampft vermutlich Wasser im BE-Lagerbecken.
Da eine Beschädigung des Sicherheitsbehälters vermutet wird, wurde das Personal aus der gemeinsamen Hauptwarte von Block 3 und 4 am 16.3.2011 um 10:45 Uhr evakuiert. Um 11:30 Uhr kehrten die Operateure zurück, um die Wassereinspeisung wieder aufzunehmen. (Quelle: NISA)
Nach JAIF (Japan Atomic Industrial Forum) vom 17.03.2011 um 9:00 Uhr ist der Füllstand im BE-Lagerbecken von Block 3 niedrig.
Fernsehbilder zeigen am 17.3.2011 ab 09:48 Uhr 4 Wasserabwürfe aus Hubschraubern innerhalb von etwa 20 Minuten. Dies wurde später vom japanischen Regierungssprecher bestätigt.
Es wurden 30 t Wasser von Hubschraubern abgeworfen.
Im Laufe des Tages sollen 11 Wasserwerfer des Militärs eingesetzt werden. Das Wasser soll nach Angaben von TBS aus 50 m Entfernung auf den Block eingespritzt werden.
Nach Angaben von NHK wurde gemeldet, dass das Füllen des BE-Lagerbeckens mit Wasserwerfern der Polizei nicht erfolgreich war. Die Aktion wurde wegen der hohen Strahlenexposition abgebrochen. Seit 19:35 Uhr (Angabe NHK) hat das Militär begonnen, mit fünf Wasserwerfern Wasser in das BE-Lagerbecken einzufüllen. Dies war wohl teilweise erfolgreich.
18th March
04.25 Uhr: Regierungssprecher Edano sagt, „Block 3 ist unsere höchste Priorität“. Dort könnten Brennstäbe teilweise ohne Wasserkühlung sein. Ohne genügend Wasser würden sie sich dann weiter erhitzen und möglicherweise erhöhte Strahlung abgeben. Block 3 solle deshalb wieder unter Einsatz von Hubschraubern und Löschfahrzeugen gekühlt worden.
09.29 Uhr: Die erneuten Kühlversuche am Reaktor 3 sind nach Angaben von Regierungssprecher Edano erfolgreich. „Wir haben das Ziel getroffen“, erklärt ein Armeesprecher im Fernsehen. Seit zwei Stunden spritzen Wasserwerfer erneut auf den Reaktor. Das Wasser soll die Kernschmelze verhindern.
13.33 Uhr: Am AKW Fukushima sind am Freitag fast 140 Feuerwehrleute aus Tokio zum Einsatz gekommen. Diese rückten mit 30 Fahrzeugen an, berichtete das staatliche Fernsehen NHK. Sie verspritzten 50 Tonnen Wasser auf den havarierten Reaktor 3, um eine Kernschmelze darin zu verhindern.
20th March
[08.53 Uhr] +++ Druck in Reaktorblock 3 hoch, aber stabil +++
Nach einem vorübergehenden Anstieg des Drucks in Block 3 des Atomkraftwerks Fukushima hat sich die Lage nach Angaben der Betreiberfirma Tepco wieder stabilisiert. Von Plänen, zur Druckentlastung etwas radioaktives Gas abzulassen, rückte das Unternehmen daher wieder ab. Bei einem Ablassen von Gas würden die Strahlungswerte um die Anlage wieder ansteigen. Der Druck sei allerdings noch relativ hoch, hieß es.
[14.12] +++ Rettungskräfte besprühen Reaktor 3 mit Wasser+++
Rettungsmannschaften haben erneut Wasser auf den Reaktorblock 3 des Kernkraftwerkes Fukushima Eins gesprüht. Das berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo. Dieser Reaktor ist wegen seiner besonders gefährlich, weil die Brennelemente Plutonium-Uran-Mischoxide enthalten. In dem Reaktorbehälter war am Sonntagmorgen der Druck wieder gestiegen, obwohl der Block bis Sonntag früh 13 Stunden lang unter dem Beschuss von Wasserwerfern stand.
Hamburg verteilt Jod an Seeleute
20.03.2011: Lage im Katastrophenreaktor @ spiegel.de
Japan hofft auf Wende in Fukushima
Im Block 3 stieg der Druck im Inneren des Reaktors unerwartet an. Er stand bis Sonntagmorgen 13 Stunden lang unter dem Beschuss von Wasserwerfern. Die in diesem Reaktor verwendeten Brennelemente sind besonders gefährlich, weil es sich dabei um Plutonium-Uran-Mischoxide (MOX) handelt. Betreiber Tepco plante schon, radioaktives Gas abzulassen, um den Druck zu senken. Dabei wäre zusätzliche Radioaktivität freigesetzt worden. Doch die Lage stabilisierte sich auch hier zusehends. Schätzungen zufolge haben die Einsatzkräfte inzwischen mehr als 2000 Tonnen Wasser auf den Reaktor 3 gesprüht, berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo. Das übersteige sogar die Kapazität des Abklingbeckens, das 1400 Tonnen fasse. Am späten Sonntagabend (Ortszeit) sprühten die Einsatzkräfte erneut Wasser auf den Reaktorblock. Es könne mehrere Tage dauern, bis der Reaktor wieder mit Strom versorgt werden kann, sagte Betreiber Tepco – das gelte auch für Block 4.
21st March
11.08 Uhr: Die Strahlungsbelastung im direkten Umkreis von Reaktorblock 3 ist nach Angaben der japanischen Atomaufsichtsbehörde nicht gestiegen. Zur Ursache des gräulichen Rauchs, der seit etwa drei Stunden aus Block 3 aufsteigt, machte die Behörde auf einer Pressekonferenz keine Angaben. Bisher sei es auch noch nicht gelungen, die Stromversorgung in Block 3 wiederherzustellen.
10.19 Uhr: Die Ursache für die Rauchentwicklung ist noch unklar. Die Ermittlungen laufen, wie ein Sprecher der Atomsicherheitsbehörde sagt.
10.01 Uhr: Nach einem Bericht der „Yomiuri“-Zeitung ist der Rauch in die Zentrale der Arbeiter des Werks eingedrungen. Es heißt, er kommt aus den Abklingbecken. Der Betreiber Tepco informierte auch die Feuerwehr. Der Rauch wurde laut Berichten um 15.55 Uhr Ortszeit über dem Flachdach des Blocks sichtbar, er zieht Richtung Südosten sichtbar.
9.05 Uhr: Vom Reaktor 3 des havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima sind die Einsatzkräfte abgezogen worden, wie der Betreiber Tepco bekanntgibt. Sie suchten Schutzräume auf. Grauer Rauch steigt aus Block 3 der Anlage auf. In den Brennelementen dieses Reaktors befindet sich hochgefährliches Plutonium. Zuvor war von erhöhtem Druck die Rede gewesen.
23th March:
Erste radioaktive Partikel erreichen Europa
Radioaktive Partikel aus Japan hatten am Dienstag mit der Luftströmung bereits Island erreicht und wurden am Mittwoch in Deutschland erwartet. Das Bundesamt für Strahlenschutz, das auf dem Schauinsland eine Messstation betreibt, erklärte: "Die Radioaktivität wird keine gesundheitliche Gefährdung für die Menschen in Deutschland darstellen."
…
Im Kraftwerk Fukushima wurden am Mittwoch sehr hohe Strahlenwerte gemessen. In der Nähe des Blocks 2 lag der Messwert bei 500 Millisievert pro Stunde; Techniker hätten dort nur Minuten arbeiten können. Der Betreiber, die Firma Tepco, erklärte zudem am Mittwoch, sie habe Anfang vergangener Woche 13-mal Neutronenstrahlen etwa 1,5 Kilometer von den Reaktoren entfernt gemessen. Das deutet darauf hin, dass aus beschädigten Brennelementen auch Uran oder Plutonium in kleinen Mengen freigesetzt wurde und auf dem Kraftwerksgelände niederging.
Den Helfern gelang es am Mittwoch, die Temperatur der Reaktorkerne der Blöcke 1 und 3 zu senken. Außen am Block 3 musste aber die Feuerwehr abrücken, die Wasser auf das zerstörte Dach spritzen sollte, weil dunkler Rauch aus dem Gebäude stieg.
Radiation Monitoring @ IAEA
The IAEA radiation monitoring team took additional measurements at distances from 30 to 73 km from the Fukushima nuclear power plant. Results from gamma dose-rate measurements in air ranged from 0.2 to 6.9 µ-sievert per hour. The beta-gamma contamination measurements ranged from 0.02 to 0.6 Megabecquerel per square metre.
Die Gesellschaft für Strahlenschutz warnt:
Supergau in Fukushima 1
Auf der Website der International Agency of Atomic Energy (IAEA) wird hier über das Radiation-Monitoring in der Umgebung des zerstörten Atomkraftwerks (AKW) Fukushima I berichtet. Die IAEA hat gemeinsam mit den japanischen Behörden Messungen bis zu 200 km Entfernung von Fukushima I durchgeführt. Es wurden Gammadosisraten und Beta-Gamma-Kontaminationen gemessen. Die Ergebnisse der Gammadosisrate liegen zwischen 2 und 160 µSv pro Stunde im Vergleich zum natürlichen Hintergrund von rund 0,1 µSv/h (Nebenbei – in Berlin liegt der natürliche Hintergrund bei 0,07 µSv/h). Die IAEA gibt an, dass hohe Werte von Beta-Gamma-Kontaminationen zwischen 16 und 58 km Entfernung vom AKW gefunden wurden. Die Werte liegen zwischen 200.000 und 900.000 Becquerel (Bq) pro Quadratmeter. Die IAEA kann nicht ausschließen, dass solche hohen Werte auch in größeren Entfernungen auftreten.
Zur Alphastrahlung wurden noch keine erhöhten Werte gefunden.
Es wurden durch die IAEA und die für die Überwachung von Nahrungsmitteln zuständige Behörde in Japan auch Messungen an Nahrungsmitteln unternommen. Die japanischen Behörden gaben kürzlich Messwerte bis zu 55.000 Bq Jod-131 pro kg Spinat aus der Präfektur Ibaraki an. Diese Werte liegen erheblich über den japanischen Grenzwerten für beschränkten Nahrungsmittelverzehr (2.000 Bq/kg).
Zur Bewertung liegt ein Blick zurück auf die Situation nach Tschernobyl nahe. Hot spots wurden von den russischen Behörden damals als lokal begrenzte Kontaminationen von mehr als 555.000 Becquerel pro Quadratmeter definiert. Das ist die Größenordnung, die in Japan zwischen 16 und 58 km von der IAEA gemessen wurde. Die Ausdehnung dieser Zone in Japan ist vergleichbar mit der Sperrzone westlich von Tschernobyl.
Wir haben es jetzt mit dem SuperGau zu tun. Die Vergleiche mit Tschernobyl werden ernst. Weitere Evakuierungsmaßnahmen sind dringend erforderlich.
24th March:
Arbeiter radioaktiv verstrahlt @faz.de
www.faz.net/s/RubB08CD9E6B08746679EDCF370F87A4512/Doc~EA9
Drei Arbeiter im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi haben eine gefährlich hohe Strahlendosis abbekommen. Sie seien 170 bis 180 Millisievert ausgesetzt gewesen, sagte Hidehiko Nishiyama von der japanischen Atomsicherheitsbehörde (NISA) am Donnerstag (Ortszeit). Zwei von ihnen seien mit Verletzungen an den Beinen in eine Spezialklinik gebracht worden.
Alle drei hatten an Reaktor 3 gearbeitet. Sie wollten Kabel reparieren, um das Kühlsystem des Reaktors wieder mit Storm zu versorgen.
25th March:
00.32 Uhr: Zu den drei im AKW Fukushima verstrahlten Technikern werden neue Erkenntnisse bekannt. Sie sollen bei ihrem Einsatz in Wasser gestanden haben, das nach Angaben der Betreibergesellschaft Tepco eine 10 000-fach erhöhte Radioaktivität aufwies. Die Messwerte deuten auf die Möglichkeit hin, dass Kernbrennstäbe im Reaktor 3 des Atomkraftwerks beschädigt worden sind.
04.45 Uhr: Der japanische AKW-Betreiber Tepco gibt den drei verstrahlten Arbeitern am Unglückswerk Fukushima eine Mitschuld an deren Verletzungen. Die Arbeiter hätten Strahlenzähler bei sich getragen, den ausgelösten Alarm aber ignoriert, teilte Tepco mit. Die eingesetzten Ingenieure würden nun erneut über die Sicherheitsgefahren informiert.
07.09 Uhr: Der Kern eines Reaktors des havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima Daiichi könnte laut der Vermutung eines Mitarbeiters der Atomsicherheitsbehörde beschädigt sein. Dabei handele es sich um Block 3. Sollte dies zutreffen, könnte die Radioaktivität in der Umgebung des Kraftwerks deutlich ansteigen.
08.19 Uhr: Auch AKW-Betreiber Tepco spricht nun von einer möglichen Beschädigung des Reaktordruckbehälters in Block 3. „Es ist möglich, dass der Behälter in dem Reaktor, der die Brennstäbe enthält, beschädigt ist“, sagt ein Sprecher. Im Reaktor 3 von Fukushima enthalten die Brennstäbe neben Uran auch Plutonium, ein hochradioaktives, extrem giftiges Schwermetall.
Sorgenfall Reaktor 3@ spiegel.de
Die Hiobsbotschaft kam am Freitagmorgen um 8.02 Uhr: "Der Reaktordruckbehälter im Block 3 der havarierten Atomanlage Fukushima I ist nach Angaben der Betreiberfirma Tepco möglicherweise beschädigt", meldete die Nachrichtenagentur AFP. Eine Beschädigung sei "möglich", sagte ein Tepco-Sprecher. In Reaktor 3 befinden sich – anders als in den anderen fünf Reaktoren des Kraftwerks Fukushima I – sogenannte Mischoxid-Brennstäbe. Sie enthalten neben Uran auch Plutonium, ein hochradioaktives, extrem giftiges Schwermetall.
Um 9.35 Uhr aber meldete die Agentur Reuters: "Für Block 3 gibt es nach Angaben der Atomsicherheitsbehörde keine Hinweise auf ein Auseinanderbrechen des Reaktors." Später, um 11.06 Uhr, legt Reuters nach: Risse im Container von Reaktor 3 und den Druckbehältern seien unwahrscheinlich.
Der GRS zufolge sind Reaktorkern und Brennstäbe von Reaktor 3 beschädigt, eine geringe Kernschmelze könnte möglicherweise schon stattgefunden haben. Zudem liegen die Brennstäbe teilweise oder ganz frei – "weit entfernt" vom Reaktor seien stark erhöhte Konzentrationen radioaktiver Substanzen gemessen worden, sagte ein Sprecher der japanischen Atomsicherheitsbehörde. Der Sicherheitsbehälter des Reaktors könne jedoch nach den vorliegenden Messdaten noch "auf einem gewissen Niveau" funktionieren.
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30th March
EU wappnet sich gegen verseuchte Lebensmittel
Die radioaktiven Partikel aus dem Katastrophen-AKW Fukushima verbreiten sich: In Seoul hat man Spuren davon in Lebensmitteln gefunden. Europäische Häfen fürchten verstrahlte Handelsschiffe. Verbraucherschützer fordern gar einen Importstopp.
Seoul/Tokio – Als die Reaktoren 1 und 3 des japanischen Kernkraftwerks Fukushima I explodierten, schleuderten sie Abermillionen von radioaktiven Partikeln in die Luft. Dann trieb der Wind die radioaktive Wolke hinaus. Zunächst aufs offene Meer, dann auch in Richtung Tokio. Inzwischen haben sich die Partikel verbreitet – in vielen Teilen der Welt haben Wissenschaftler Spuren davon messen können.
Irgendwann gelangen die Partikel auch wieder zurück in Richtung Erde und lagern sich ab, im Boden, auf den Feldern, auf frei wachsendes Obst und Gemüse. Und so verwundert es nicht, dass nun auch erste Spuren von Radioaktivität auf Nahrungsmitteln entdeckt werden: Südkoreanische Behörden haben sie in 14 von 244 getesteten Produkten gefunden. Geringe Mengen von radioaktivem Jod und Cäsium seien dort nachgewiesen worden, teilte die koreanische Nahrungs- und Arzneizulassungsbehörde (KFDA) in Seoul am Mittwoch mit.
Auch in Thailand hat man inzwischen leicht erhöhte Werte von Jod 131 bei einer Lieferung Süßkartoffeln gefunden. Nun hat das Gesundheitsministerium angekündigt, diese Lieferung zu vernichten. Eine Vorsichtsmaßnahme, denn die Strahlenbelastung der Süßkartoffeln läge deutlich unter dem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegten Grenzwert.
Aus Angst vor solch radioaktiv kontaminierten Importen rüsten sich europäische Häfen nun gegen Schiffe mit verseuchter Fracht. Der Hamburger Hafen bereitet einen Notfallplan vor. Darüber verhandle die Hafenbehörde derzeit mit Zoll und Innenbehörde, sagte ein Sprecher der Internetausgabe der "Financial Times Deutschland".
Vermutlich werde der Zoll künftig Schiffe prüfen, die direkt aus Japan kommen oder nahe an Japan vorbeigekommen sind. "Wir haben aber den Vorteil, dass die Schiffe in der Regel zuerst einen anderen europäischen Hafen anlaufen", sagte der Sprecher. Am Mittwoch hatte der AKW-Betreiber Tepco einen neuen Rekordwert für die Strahlung im Meer vor Fukushima gemeldet.
In Europas größtem Hafen Rotterdam verlangt die Hafenbehörde inzwischen, dass Reedereien schriftlich dafür garantieren, dass aus Asien einlaufende Frachter nicht verstrahlt sind. Ein Hafenteam prüfe vor Ort die Strahlenbelastung. "Es ist Sache der Reeder, die Crews anzuweisen, auf der Überfahrt das Schiff und die Container zu säubern", sagte ein Behördensprecher.
Die Verbraucherorganisation Foodwatch dagegen hält Maßnahmen dieser Art für unzureichend – und fordert den kompletten Importstopp aus Japan. Vor allem kritisierte die Organisation die Erhöhung einiger EU-Strahlengrenzwerte für Lebensmittel aus Japan. Sie waren im Rahmen neuer Sicherheitsmaßnahmen erfolgt. Es gebe in Europa zwar derzeit keinen Anlass zur Sorge wegen hochbelasteter Produkte aus Japan, dennoch dürften Radioaktivitätsgrenzwerte für japanische Lebensmittel nicht erhöht werden, sagte Foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode.
1986er-Verordnung aus der Schublade
Im Rahmen einer EU-Eilverordnung waren am vergangenen Wochenende höhere Obergrenzen für die radioaktive Belastung bestimmter Produkte aus Japan mit Cäsium 134 und Cäsium 137 in Kraft getreten. Hintergrund ist eine Vereinbarung der Europäischen Union, die nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl erlassen worden war und bisher in der Schublade gelegen hatte.
Mit der EU-Verordnung wurden nach Expertenangaben auch Grenzwerte etwa für Jod 131 festgelegt, für die es bisher keine Obergrenze gab. Die EU-Regelung gilt ausschschließlich für Importe aus Japan.
Aus den höheren Cäsium-Grenzwerten ergebe sich grundsätzlich kein erhöhtes gesundheitliches Risiko für die Menschen in Deutschland, erklärte ein Sprecher des Bundesamts für Strahlenschutz. "Mit den jetzt festgelegten Werten werden die Menschen in Deutschland und Europa vor gesundheitlichen Risiken geschützt." Aus Gründen der Nachvollziehbarkeit werde die Behörde aber eine einheitliche Festlegung der Cäsium-Obergrenzen für Produkte aus der Regionen um Tschernobyl und dem japanischen Fukushima vorschlagen.
Die Bundesregierung indes sieht keine Gefahr. Bisher sei ohnehin kein verseuchtes Produkt aus Japan nach Deutschland gekommen. Auch Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) gibt sich zuversichtlich. "Die vor fast 25 Jahren beschlossenen Grenzwerte, die auch jetzt als Konsequenz aus der Reaktor-Katastrophe in Japan europaweit Anwendung finden, entsprechen den aktuellen international verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen", sagte ein Sprecher. "Die europäischen Grenzwerte sind international wie national anerkannt." Sie stellten den Schutz der Verbraucher sicher. Aigner plant, sich am Mittwochnachmittag in Frankfurt über die Importkontrollen zu informieren.
Die Sicherheitsmaßnahmen für Importe aus Japan waren seit dem Wochenende EU-weit verschärft worden. Alle Lebensmittellieferungen aus Japan werden an den Außenkontrollstellen überprüft. Nach Deutschland exportiert Japan allerdings nur wenige Lebensmittel.
31st March
"Fukushima sprengt die Dimension von Tschernobyl" Von Annette Langer
Ist die Katastrophe in Fukushima schlimmer als der GAU von Tschernobyl? "Ja", sagt Thomas Dersee von der Gesellschaft für Strahlenschutz. "Nein, noch nicht", meint Gerhard Wotawa von der Zentralanstalt für Meteorologie in Wien. Zwei Experten – zwei Interviews.
Hamburg – Die schlechten Nachrichten aus dem havarierten AKW Fukushima I reißen nicht ab: Die Belastung des Meeres durch radioaktives Jod 131 stieg auf Rekordwerte, Plutonium trat aus und die Schutzhüllen von drei Reaktoren sind beschädigt. Es bestehe keine Gesundheitsgefährdung, beteuerte Tepco – dabei können schon winzige eingeatmete Mengen kurzlebiger Plutonium-Isotope Lungenkrebs auslösen.
Widersprüchliche Interpretationen des ohnehin stark variierenden Datenmaterials erschweren eine Einschätzung der Lage am Katastrophenkraftwerk. Während einige Wissenschaftler davon überzeugt sind, dass die Kernschmelze seit Wochen läuft und die japanische Regierung systematisch Informationen zurückhält, gehen andere davon aus, dass noch nicht alles verloren ist.
Fest steht: In dem durch das Erdbeben und eine 14 Meter hohe Flutwelle zerstörten Atomkraftwerk wurden in mindestens drei der sechs Reaktoren Brennstäbe beschädigt. Erstmals gaben die Behörden am Dienstag zu, dass die Schutzhüllen der Blöcke 1, 2 und 3 nicht mehr dichthalten. Dies war schon am 13. März kurz nach einer Wasserstoffexplosion im Reaktor 1 vermutet, aber offiziell nicht bestätigt worden.
Lange zierten sich die japanischen Behörden, im Ausland um Hilfe zu bitten. Jetzt wollen sie verstärkt mit Experten aus Frankreich, Russland und den USA zusammenarbeiten. Doch was können die Spezialisten aus dem Westen jetzt noch tun? Ist die nukleare Katastrophe in Japan letztlich schlimmer als der GAU in Tschernobyl?
SPIEGEL ONLINE: Sprengt die nukleare Katastrophe von Fukushima die Dimension von Tschernobyl?
Dersee: Meiner Ansicht nach ja. In den vier besonders kritischen Reaktoren und den Lagerbecken haben wir es mit sehr viel mehr radioaktivem Inventar zu tun als in Tschernobyl, wo nur ein Reaktor beschädigt wurde. Laut Umweltinstitut München lagerte in Fukushima mindestens 120-mal so viel radioaktives Inventar wie in Tschernobyl. Bei solch gewaltigen Zahlen wird einem ganz flau im Magen. (Anmerkung der Redaktion: Laut "New Scientist" lagerten in Fukushima 1760 Tonnen Brennmaterial – zehnmal so viel wie in Tschernobyl)
Die Daten, die wir bisher zu Bodenbelastung und Ortsdosisleistung um die Anlage herum und in den angrenzenden Präfekturen haben, stützen die These, dass sich ein Super-GAU ereignet hat. Selbst mehrere hundert Kilometer vom Reaktorgelände entfernt hat man bis zu 1,2 Mikrosievert pro Stunde gemessen – normal sind weit unter 0,1 Mikrosievert pro Stunde. Das lässt sich nur mit einer nuklearen Kettenreaktion erklären.
SPIEGEL ONLINE: Sind die havarierten Reaktoren überhaupt noch unter Kontrolle zu bringen?
Dersee: In Fukushima war von Anfang an gar nichts unter Kontrolle. Die sogenannte Kernschmelze schreitet unaufhaltsam voran, der Prozess ist nicht mehr zu stoppen. Dafür muss der Reaktor nicht mal eingeschaltet sein.
SPIEGEL ONLINE: Die japanische Regierung bezeichnete die Kernschmelze in Reaktor 2 als "ein vorübergehendes Ereignis". Was soll man sich darunter vorstellen?
Dersee: Die Kernschmelze läuft in Fukushima meiner Meinung nach schon seit zwei Wochen ab. Sie müssen verstehen: Brennstäbe sind mehrere Meter lange Gebilde, die aus vielen, kleinen Spezialkeramikhülsen bestehen, die Zirkon enthalten und sehr stoßempfindlich sind. Diese Hüllen sind zum Teil zerbrochen, wodurch sich die Geometrie der Brennstäbe verändert hat.
Der Brennstoff Uran bildet kritische Massen und es findet eine autonome nukleare Reaktion statt, die sogenannte Kettenreaktion. Die ist nur zu stoppen, indem man die Brennstäbe entfernt. Weil das unmöglich ist, setzt sich der Vorgang fort. Das ist nicht wie bei einer Bombe, die explodiert, sondern eher wie bei Geysiren, heißen Quellen, in denen sich Druck aufbaut, das Wasser hochschießt und wieder zusammenfällt.
SPIEGEL ONLINE: Was ist derzeit das Worst-Case-Szenario?
Dersee: Ich befürchte, dass es noch wochenlang so weitergeht, bis alle Brennstäbe ausreagiert haben. Das ist eine sehr bedrückende Vorstellung. Je nach Windrichtung und der Menge an Radioaktivität, die entweicht, wird eine Zone von mehreren zehn Kilometern um die Atomanlage vermutlich für die nächsten Jahrzehnte unbewohnbar sein.
SPIEGEL ONLINE: Ist es zu verantworten, bei der Sperrzone einen Radius von 20 Kilometern beizubehalten?
Dersee: Die japanische Regierung hat den Bürgern freundlich empfohlen, freiwillig etwa 30 Kilometer Abstand vom Unglücksreaktor zu halten. Das ist natürlich fahrlässig, bei derzeit herrschenden Radioaktivitätswerten von immer wieder 100 bis 150 Mikrosievert pro Stunde in der Region, vor allem offenbar in nordwestlicher Richtung.
Die Radioaktivität verteilt sich ja nicht gleichmäßig, kreisförmig um die havarierten Reaktoren herum, sondern sie variiert extrem, das weiß man aus Tschernobyl. Deshalb würde ich mich den Vorschlägen der US-Behörden anschließen, die eine Evakuierung im Umkreis von mindestens 80 Kilometern fordert. Die Schiffe sollten sich nicht mehr als 100 Kilometer der Küste nähern.
SPIEGEL ONLINE: Was halten Sie von der Informationspolitik der japanischen Regierung?
Dersee: Sie stellt in der Öffentlichkeit Vermutungen auf, die sich dann als längst eingetretene Tatsachen erweisen. Durch Ungewissheit entstehen Ängste in der Bevölkerung – und das ist wenig hilfreich bei der Bewältigung einer nationalen Katastrophe. In der Regel können die Betroffenen mit harten Fakten besser und rationaler umgehen als mit Halbwahrheiten und enttäuschten Hoffnungen.
SPIEGEL ONLINE: Wie gefährdet sind die Meere?
Dersee: Etwa 30 Kilometer vor der Küste hat man stark erhöhte Werte von 10 bis 60 Becquerel pro Liter gemessen, sowohl Cäsium 137 als auch Jod 131. In der Regel sinken die radioaktiven Stoffe im Wasser ab und werden dann über das Plankton in die Nahrungskette aufgenommen. Die Hoffnung ist, dass sich die Belastung verteilt – aber es gibt je nach Strömung Gebiete, die sehr belastet sind. Die müssen jetzt erst mal eruiert werden. Für die Japaner, die sich sehr viel von Fisch ernähren und gern auch Seetang essen, bedeutet der Verlust dieser Nahrungsquelle einen Kulturschock.
SPIEGEL ONLINE: Wie gefährlich ist das ausgetretene Plutonium?
Dersee: Plutonium ist am gefährlichsten, wenn es eingeatmet wird. Dann kann schon ein einziges Atom das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, immens erhöhen, das haben Tierversuche bewiesen. Vor allem vergleichsweise kurzlebige Isotope wie Plutonium 238 mit einer Halbwertzeit von 88 Jahren führen zu schweren Schäden. Was die langfristigen Auswirkungen einer Verseuchung mit Plutonium 239 – Halbwertzeit 24.000 Jahre – angeht, kann ich keine Prognosen anstellen, auch weil nicht bekannt ist, welche Mengen ausgetreten sind.
SPIEGEL ONLINE: Was bedeutet eine Kontaminierung für die Trinkwasserversorgung im Land?
Dersee: Das ist ein Riesenproblem. Japan und speziell Tokio werden überwiegend mit Oberflächenwasser versorgt, also Wasser aus Flüssen und Regenwasser aus großen Reservoirs, in denen man bereits erhöhte Werte gemessen hat. In Schweden gibt es infolge des GAUs in Tschernobyl noch heute stark mit langlebigem Cäsium verstrahlte Seen und kontaminierte Fische.
SPIEGEL ONLINE: Wäre mehr Personal am Reaktor hilfreich?
Dersee: In Tschernobyl wurden geschätzte 800.000 Liquidatoren zum Dienst abkommandiert, von denen viele schwere gesundheitliche Schäden davontrugen. Ein Einsatz von dieser Dimension wäre in Japan sicherlich nicht möglich.
SPIEGEL ONLINE: Japan hat jetzt Hilfe von US-amerikanischen, französischen und russischen Experten angefragt. Können die helfen?
Dersee: Die können auch nicht mehr tun. Das ist der Fluch dieser Technik. Kein anständiger Ingenieur baut solche schwer zu kontrollierenden Anlagen – und dann auch noch in einem Erdbebengebiet.
03:02 in Wikileaks News von Zen-Master
Schöne Wikileaks Bilder:
Julian Assange named Man of the Year by Le Monde

Bild von Abode of Chaos
Portait painted of Julian Assange wikileaks at the Abode of Chaos by thierry Ehrmann
Wall-paint by Cart’1 @ the Abode of Chaos
(Creative Commons Paternity) original version free on Flickr 2592 x 3872
Tribute #1 to Julian Assange
Tribute #2 to Julian Assange
For those who have just arrived on Planet Earth, let me remind you that what we are experiencing since last Sunday evening is the “Pearl Harbor of Global Democracy” according to Hilary Clinton and the “9/11 of American Diplomacy” according to Barak Obama and his advisors. After 400,000 secret documents on the operating methods of the US army in Iraq, Assange has broken the sound barrier since Sunday with 250,000 diplomatic cables that concern 179 countries! Le Monde, Der Spiegel, El País, the Guardian and the New York Times… according to the latter, more than 1,200 journalists are picking their way through roughly half a billion words of extremely contemporary cables, the most recent of which dates from March 2010. For historians who normally have to wait 50 years before getting access to such material, this is a dream come true. In this case the diplomatic cables are not much older than 7 months. Their scope is colossal. Hence the US State Department’s cry of “murder”…
My dear little wolves and she-wolves, in truth, I tell you, Sunday night tens of thousands of writers put an end to their lives … Imagine you were a Sci-Fi or Anticipation writer, director of Sci-Fi – Fantasy Collection at Pocket, Denoël or Rivages.
According to Laurent COURAU, the mythical founder of the Spirale who is postponing his suicide, “Assange and Wikileaks have definitively relegated fiction to beneath reality and we are seeing a veritable incarnation of the cyber-punk imagination right now in this early 21st century”.
Last precaution: Julian Assange has placed a small encrypted file entitled Insurance History on the Swedish Server of Pirate Bay (specialist in the illegal download of music and film music). On Twitter, he recommends that his followers download the file and await his instructions…
thierry Ehrmann, www.ehrmann.org/en/propaganda.html
Abode Of Chaos / Demeure du Chaos 2010
Mur peint par Thomas Foucher @ la Demeure du Chaos
Hommage numéro 1 à Julian Assange . Wikileaks
Hommage numéro 2 à Julian Assange . Wikileaks
Peinture: Cart’1 photo Abode of Chaos (creative communs)
©2010 www.AbodeofChaos.org
courtesy of Organ Museum
Julian Assange « homme de l’année » pour Le Monde / Julian Assange named Man of the Year by Le Monde: lire le Blog de thierry Ehrmann/ read the Blog of thierry Ehrmann
thierry Ehrmann blog.ehrmann.org/
DemeureduChaos.org
The Abode of Chaos from Above,/La Demeure du Chaos vue du ciel:
www.flickr.com/photos/home_of_chaos/sets/72157624460145909/
Pour ceux qui arriveraient sur la planère Terre, je leur rappelle que, ce que nous vivons depuis dimanche soir, est le « Pearl Harbor de la Diplomatie mondiale » cqfd Hillary Clinton et selon Obama et ses conseillers le « 11 septembre de la diplomatie américaine ». Après 400 000 documents confidentiels, relatifs au mode opératoire de l’armée américaine en Irak, il passe le mur du son avec depuis dimanche soir, 250 000 dépêches diplomatiques qui frappent plus de 179 pays ! Le Monde, Der Spiegel, El PAis, the Guardian et New York Times. Selon ce dernier, plus de 1 200 journalistes sont jour et nuit sur une base de données de près d’un demi milliard de mots… sur des dépêches diplomatiques ultra-récentes donts les dernières datent de mars 2010. C’est le rêve de l’historien qui doit normalement patienter jusqu’à 50 ans pour pouvoir accéder à de tels trésors. Ici les dépêches diplomatiques ont à peine plus de 7 mois. Tout y passe. D’où le département d’état américain qui hurle à l’assassin…
Mes p’tits loups, mes p’tites louves, en vérité, je vous le dis, dimanche soir des dizaines de milliers d’écrivains se sont donnés la mort… Imaginez une seconde que vous soyiez écrivain de SF ou d’Anticipation, directeur de Collection SF – Fantasy chez Pocket, Denoël ou Rivages.
Selon Laurent COURAU, fondateur mythique de la Spirale qui repousse son suicide, il déclare : « Assange et Wikileaks relèguent définitivement la fiction loin derrière la réalité et l’on assiste à la véritable incarnation de l’imaginaire cyber-punk dans ce début de XXIème siècle ».
A mes yeux, Julian Assange est le fils naturel de Lorenz (Edward Norton), il est tout simplement le « Cygne Noir » du début de ce siècle, il brise les sceaux un par un dans l’agora des éthers qu’est l’Internet.
Avec la globalisation d’Internet, il faut s’attendre, selon mon vieux maître Paul Virillio à un accident général, un accident jamais vu, aussi étonnant que le temps mondial, ce temps jamais vu. Un accident général qui serait un peu ce qu’Epicure appelait « l’accident des accidents ».
Ce jour fut le 28 novembre 2010 où Internet est devenu l’incarnation de l’information à l’état brut, c’est aussi le jour où les citoyens du village “Glocal” de Mc Lhuan ont eu à leurs dispositions l’histoire en temps réel, apanage jusqu’à présent des puissants. C’est aussi la révélation de la phrase de Mathieu(x26) qui prends son plein sens “car il n’y a rien de caché qui ne doit être découvert ni de secret qui ne doivent être connu” …(page 183 Opus III Abode of Chaos Spirit)
Ultime précaution : Julian Assange a placé sur le serveur suédois de Pirate Bay (spécialisé dans les téléchargements illicites de musique et de films), un petit fichier crypté mystérieux, baptisé »Assurance historique ». Sur Twitter, il recommande à ses partisans de le télécharger et d’attendre les instructions.
thierry Ehrmann www.ehrmann.org/propaganda.html
DemeureduChaos.org
thierry Ehrmann blog.ehrmann.org/
The Abode of Chaos from Above,/La Demeure du Chaos vue du ciel:
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Preview 2011 Borderline Biennial at the Abode of Chaos adult only version EN/FR
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Demonstration für Meinungsfreiheit, Wikileaks und Julian Assange

Bild von daniel-weber
danielweber.at
Wikileaks synonymous with the free speech

Bild von N’ayez pas peur !! La Fabrique de Blogs
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